Transferprojekte

Erste Schritte auf dem Weg zu einer zukunftsorientierten Logistik

Innovative Logistikplanung

Die Jokisch GmbH ist ein mittelständischer Kühlschmierstoff Hersteller mit einer breiten Produktpalette. Der Umsatz und die Diversifikation sind in den letzten Jahren stetig angestiegen, was einen erhöhten Logistikaufwand mit sich bringt. Die Ansprüche der Kunden werden immer spezieller und der Teiledurchsatz hat sich vervielfacht. Durch diese Veränderungen ist es notwendig geworden eine systemgestützte Logistikplanung zu erstellen, um den Betrieb auch weiterhin zukunftsfähig aufzustellen.

In dem Projekt sollte ein Konzept erarbeitet werden, um die manuellen Logistikprozesse abzulösen und die ersten Schritte auf dem Weg zu einer zukunftsorientierten Logistik zu gehen. Durch die enge Zusammenarbeit mit der FH Bielefeld konnten nicht nur neue Potentiale ermittelt werden, sondern auch die Mitarbeiter in dem Bereich Logistikplanung eigenes Know-How erwerben.

Bestandsaufnahme

Zur Ableitung des Konzepts wurde eine Bestandsaufnahme erstellt und die aktuelle Prozesslage in einem Wertstrom dargestellt. Die große Herausforderung, die sich dabei herauskristallisierte, war es zuverlässige Quellen zu ermitteln und diese entsprechend verdichtet aufzubereiten. Wie zu erwarten war dafür das ERP-System (Dynamics Navision) die größte Datenquelle, um einen ersten Eindruck über die Stückzahlen, Gewichte oder Häufigkeiten der Logistikprozesse zu erhalten. Ebenso waren aber auch Mitarbeiterinterviews und Beobachtungen, die während des Projektes durchgeführt wurden, für die weiteren Entscheidungen maßgebend.

Datenanalyse

Bei der Datenanalyse geht es vorerst um die Desricptive Analytics, also aus vergangenen Werten zu lernen. Diverse Kennzahlen, wie die Umschlagshäufigkeit, Durchlaufzeit oder die Bewegung der Materialien von einer Quelle zu einer Senke, sollten Aufschluss darüber geben, wo eventuell Verbesserungs- oder Einsparpotentiale vorhanden sind.

Als Prämisse galt es bei der Analyse zu jeder Zeit, dass die Berichte interaktiv sind und diese flexibel geändert werden können. Das Dashboard sollte somit unabhängig von Drittanbietern oder Dienstleistern erstellt werden und die Kennzahlen durch Filter veränderbar sein. Zur Einhaltung der Prämissen wurde ein Dashboard mit dem Programm „Power BI“ von Microsoft als Self-Service Lösung umgesetzt.

Mit dem Dashboard lassen sich zum Beispiel verspätete Zulaufsteuerungen im Wareneingang feststellen und zu welcher Kategorie der ABC und XYZ Analyse diese Artikel gehören. Auch in Richtung Warenausgang können nun verspätete Fertigungsaufträge und die davon betroffenen Verkaufsartikel sowie Debitoren ermittelt werden. Das Dashboard ist dabei mit dem ERP-System verknüpft, damit zu jeder Zeit tagesaktuelle Daten vorliegen.

Konzept/Fazit

Die aktuelle Logistikplanung hat gezeigt, dass Fehler und deren Ursache durch die vielen manuellen Prozesse nur bedingt im IT-System zurückverfolgt werden können. Die bisherige Analyse von Gründen für verspätete Fertigungs- und Kundenaufträge verlief daher relativ aufwendig. Als ersten Schritt zu einer zukunftsorientierten Logistik wurde ein Plan erstellt, alle notwendigen und wichtigen Prozesse in naher Zukunft zu digitalisieren. Dazu soll in eine neue MDE-Lösung investiert werden, die dann mit dem ERP-System kommuniziert. Dadurch soll nicht nur direkte Einsparungen durch geringere Durchlaufzeiten und eine geringere Fehlerrate bei der Übermittlung von Bewegungs- oder Transaktionsdaten erzielt werden, sondern auch mehr Transparenz geschaffen werden, um die Gründe für Prozessabweichungen zu ermitteln.
Als darauf folgender Schritt wird darauf basierend ein Frühwarnsystem eingerichtet, welches beispielsweise Auftragszu- oder –abnahmen erkennt, damit der Entscheider bei Bedarfsänderungen frühzeitig handeln kann.

Abschließend sei gesagt, dass wir durch das Transferprojekt nicht nur ein Konzept und ein Dashboard für unsere Logistikplanung erhalten, sondern auch eigenes Know-How erworben haben, was uns bei den nächsten Herausforderungen weiterhelfen kann.