Sicheres und effizientes Handling von Banknoten

Innovationsprojekt: Vernetzte Systeme für automatisierte Geldkreisläufe

Die Anzahl von Banknoten nimmt weltweit kontinuierlich zu: Von zehn Transaktionen werden neun in bar bezahlt. Der Umlauf von Banknoten, z.B. in Geldautomaten, verursacht hohe Kosten. Dies liegt daran, dass mechanische Sortier- und Prüfprozesse aufgrund der hohen Geschwindigkeiten fehleranfällig sein können und so z.B. verschmutzte, beschädigte und falsche Banknoten nicht korrekt bearbeitet werden. Das führt zu Betriebsstörungen, die einen zeitintensiven und damit teuren Wartungseinsatz in einer Filiale und am Geldautomaten notwendig machen. Manuelle Überprüfungen der Banknoten sind erforderlich, bevor sie in den Automaten bereitgestellt werden. Ein weiteres Problem ist die Manipulationsanfälligkeit der Geräte, die zu unberechtigten Zugriffen führt. Um die Kosten für das Bargeldhandling zu reduzieren und die Sicherheit der Automaten zu verbessern, müssen das automatische Sortieren und Bereitstellen der Banknoten optimiert und intelligente Sicherheitsmechanismen gegen unbefugte Zugriffe erarbeitet werden.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer neuen Hardware, die Fehler beim automatischen Sortieren und Prüfen der Banknoten vermeidet. Darüber hinaus wird eine Software konzipiert, mit der Manipulationsversuche an Geldautomaten frühzeitig erkannt und verhindert werden können.

Neue Hardwarekomponenten für Geldautomaten erkennen Manipulationsversuche sowie Fehler beim Sortieren

Zur Automatisierung des Bargeldhandlings werden Verfahren der Selbstoptimierung und der Regelungstechnik in den Sortier- und Prüfprozess integriert. Durch das dynamische Einbinden von Sensorsignalen in die Regelungsalgorithmen wird die neue Hardware mit selbstoptimierenden Eigenschaften ausgestattet. Damit können verschmutzte, beschädigte und falsche Banknoten eindeutig erkannt und fehlerfrei bearbeitet werden. Um die Sicherheit der Geldautomaten zu verbessern, werden informationsverarbeitende Komponenten, wie beispielsweise optische und thermische Bewegungssensoren miteinander vernetzt. Die zusammengeführten Daten werden mit statistisch-mathematischen Methoden und Verfahren des maschinellen Lernens ausgewertet. So können Manipulationsversuche frühzeitig erkannt sowie selbständig Gegenmaßnahmen umgesetzt werden, wie z.B. die Benachrichtigung der Bankfiliale. In dem Projekt wird auf Ergebnisse der Querschnittsprojekte „Selbstoptimierung“, „Intelligente Vernetzung“ und „Systems Engineering“ zurückgegriffen. Die entwickelten Lösungen werden anhand von Prototypen validiert und in Geldautomaten integriert.

Durch das Projekt werden die Effizienz und Qualität des Bargeldhandlings verbessert und Betriebsstörungen in Geldautomaten vermieden. Darüber hinaus erhöht sich die Sicherheit von Bankautomaten, unbefugte Zugriffe können verhindert werden. Die neuen Lösungen können auf das Handling weiterer werthaltiger Gegenstände, wie beispielsweise Schecks und Tickets, übertragen werden. Darüber hinaus sind sie Grundlage für eine intelligente Verbindung einzelner Bargeldströme von Banken und Handelsunternehmen, das so genannte Cash-Cycle-Management. In diesem Zusammenhang können perspektivisch weltweit Handlingkosten im Umfang von mehreren Milliarden Euro eingespart werden.

Projektlaufzeit
01. Oktober 2012 - 30. September 2016

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