Innovationsprojekte

Künstliche Intelligenz für die Produktentwicklung

KI-Marktplatz

Der Spitzencluster it‘s OWL hat sich mit dem Konzept KI-Marktplatz im Wettbewerb „Künstliche Intelligenz (KI) als Treiber für Ökosysteme“ des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) durchgesetzt. 20 Forschungseinrichtungen und Unternehmen entwickeln nun eine digitale Plattform für Künstliche Intelligenz in der Produktentstehung, auf der sich Anbieter, Nutzer und Experten vernetzen und Lösungen entwickeln können.

 

KI-Ansätze sind wesentliche Innovationstreiber für die Produkte von morgen. Dabei kann Künstliche Intelligenz nicht nur dafür verwendet werden, die Funktionsweise von Produkten oder Produktionsanlagen zu verbessern. Auch die Produktentwicklung kann von KI profitieren. Sie kann dadurch effizienter und qualitativ hochwertiger werden. Ein Beispiel: Kunden erwarten immer individuellere Produkte in immer kürzeren Abständen. Mithilfe von KI können produzierende Unternehmen die Informationen bestehender Produkte und Forschungsergebnisse zusammenfassen und Hunderte von Produktvarianten virtuell durchspielen, bevor das optimalste Produkt gefertigt wird. Das Problem für Unternehmen ist vielfach, das Potenzial dieser Möglichkeiten richtig zu erschließen. Gleichzeitig wissen Anbieter von KI-Anwendungen selten, wie sie konkret Kunden ansprechen können und welche Bedarfe diese haben. An der Stelle setzt das Projekt ‚Digitaler Marktplatz für KI-Anwendungen im Produktentstehungsprozess‘ der Projektpartner rund um it‘s OWL an.

Intelligente Partnervermittlung

Im KI-Marktplatz entsteht ein Innovationsökosystem rund um eine digitale Plattform, die KI-Experten, Lösungsanbieter und produzierende Unternehmen zusammenbringt. Diese digitale Plattform wird sukzessive um Funktionalitäten erweitert, die eine gemeinsame Entwicklung von KI-Lösungen für die Produktentstehung sowie deren Bereitstellung ermöglichen. Erste Angebote sind eine intelligente Partnervermittlung für Anwendungsfälle und ein Datenraum für die Produktentstehung. Darüber hinaus werden heute bereits verfügbare KI-Anwendungen über den Marktplatz bereitgestellt. Auf dieser Grundlage wird ein Baukasten mit Werkzeugen für die KI-Entwicklung erarbeitet. Dabei setzt der KI-Marktplatz auf ein vertrauensbasiertes Konzept mit einer entsprechenden IT-Architektur, die Datensouveränität und faire Transaktionsmechanismen ermöglicht. Der KI-Marktplatz funktioniert auf ähnliche Weise wie bekannte Marktplätze, zum Beispiel Amazon, im Konsumentenbereich. Ein Hersteller von Maschinen hat über den KI-Marktplatz beispielsweise Zugang zu Forschungsergebnissen aus dem Bereich KI im Engineering. Diese Ergebnisse kann er dann ohne aufwändige und kostenintensive firmeninterne Forschung nutzen, um sie für das eigene Engineering anzupassen.

Im Projekt wird dazu untersucht, wie ein derartiger Marktplatz gestaltet werden muss, damit Unternehmen ihn nutzen. it’s OWL wird dabei die Keimzelle des nationalen KI-Marktplatzes sein. Aus verschiedenen Anwendungsszenarien soll ein erfolgversprechendes Konzept entwickelt und umgesetzt werden. Vom digitalen KI-Marktplatz sollen vor allem kleine und mittlere Unternehmen profitieren, die als Teil des Marktplatzes Zugriff auf Technologie hätten, die ihr Unternehmen bei der Digitalisierung voranbringt und ihr Geschäftsmodell nachhaltig in die Zukunft führt.

Das sind die Partner

Forschungspartner sind das Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn, die Fraunhofer-Institute IEM, IOSB-INA und IPK, der Exzellenzcluster Cognitive Interaction Technology CITEC der Universität Bielefeld sowie das Institut für industrielle Informationstechnik inIT der TH OWL. Weitere Projektpartner sind unter anderem die International Data Spaces Association, prostep ivip, die FIWARE Foundation sowie die Unternehmen Claas, Diebold Nixdorf, Düspohl, Hella Gutmann, ubermetrics, Unity und Westaflex.

Interessierte Unternehmen, Anbieter von KI-Lösungen und Experten sind herzlich eingeladen, sich an der Entwicklung zu beteiligen. Weitere Informationen zum Projekt KI-Marktplatz gibt es hier.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 11 Millionen Euro Fördermitteln unterstützt, die Partner investieren zusätzlich fünf Millionen Euro. An dem Wettbewerb hatten sich über 130 Konsortien beteiligt, von denen zehn zur Förderung empfohlen wurden.