Hinterland in Aufbruchstimmung

Über 1.000 Vertreter aus Start-ups, Unternehmen und Organisationen diskutierten am 14. Februar auf der Konferenz ‚Hinterland of Things‘ neue Ansätze für die digitale Transformation der Wirtschaft. Dabei waren sie sich einig, dass OstWestfalenLippe ein hervorragendes Umfeld für Start-ups und neue Formen der Zusammenarbeit mit Unternehmen bietet. Denn Berlin hat das Internet – wir haben die Dinge.
 

Udo Schloemer, Dorothee Bär, Verena Pausder, Eduard R. Dörrenberg (v. l.).
Digitalministerin Dorothee Bär (2. v. l.) in der Diskussion mit Udo Schloemer (Gründer, Managing Director und Chief Visionary Officer, Factory Works GmbH), Verena Pausder (Gründerin und CEO, HABA Digitalwerkstatt) und Eduard R. Dörrenberg (Managing Partner Dr. Wolff Group; v. l.).

Lauschige Musik empfängt die Teilnehmer im Bielefelder Lokschuppen. Auf der Bühne wabern grüne Blattmuster auf Holzplatten, die die Form von Bäumen haben. Dichtgedrängt sitzen und stehen die Menschen und lassen sich von der Hinterland-Atmosphäre verzaubern. Hinterland – dieser Begriff bezeichnet die unbekannte Umgebung von großen Häfen. Das Hinterland sichert dabei die Versorgung des Hafens und ist das wahre Kraftzentrum. OstWestfalenLippe ist so ein Hinterland, erläutert Gastgeber Sebastian Borek von der Founders Foundation. Das unterstreicht auch Dorothee Bär, die sich im Vorfeld der Konferenz einen ganzen Tag Zeit genommen hatte, um sich mit Unternehmen und Start-ups aus OWL auszutauschen. „Eure Zusammenarbeit in OWL ist vorbildlich“, erklärt die Digital-Staatsekretärin in der Diskussion auf der Hinterland-Bühne begeistert.

Einen Ausblick in die digitale Wirtschaft wagt Frank Thelen, Seriengründer und Initiator der Vox-Sendung ‚Höhle der Löwen‘. „Deutschland und Europa brauchen internationale Technologie-Champions, sonst sind wir bald international nicht mehr wettbewerbsfähig“, erläutert Thelen. Das sei mit einer spaltenmäßigen Innovationstätigkeit made in Germany nicht erreichbar. „Wir brauchen Innovationen Faktor zehn.“ Das sei nur mit völligem Umdenken, Mut, einem unbändigen Willen und umfangreicher Unterstützung zu erreichen. Wachstumsfelder sieht Thelen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0, Speichermedien und additive Fertigung.

it‘s OWL ist gute Plattform

Diese Wachstumspotenziale sind nur in gemeinsamer Kraftanstrengung zu erschließen. „Der Spitzencluster it‘s OWL bietet dafür hervorragende Voraussetzungen. Hier arbeiten Weltmarktführer, Mittelstand und Start-ups eng zusammen. So können wir die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands in OWL sichern,“ sagt Dr. Markus Miele, Geschäftsführender Gesellschafter des Hausgeräte-Herstellers. Miele scannt beispielsweise jährlich rund 10.000 Start-ups, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erschließen.

Miele Geschäftsführer Dr. Stefan Breit: „Wir suchen junge Unternehmen, die zu unseren Kernkompetenzen waschen und kochen passen. So haben sowohl wir als auch das Start-up einen Mehrwert.“ Miele arbeitet bereits mit Plant Jammer zusammen. Das dänische Start-up stellt eine Koch-App bereit, die Verfahren der künstlichen Intelligenz nutzt. Auch für Catharina Claas-Mühlhäuser geht es bei der Zusammenarbeit nicht um Invest, sondern um neue Impulse. „Unsere Branche ist eher konservativ. Insofern schauen wir, wie wir unser Geschäftsmodell weiter entwickeln und neue Märkte erschließen, ohne unser Kerngeschäft zu kannibalisieren.“ Ein Ansatz dafür ist 365 Farmnet, eine digitale Plattform für alle Akteure in der Wertschöpfungskette Ernte.

Erfahrungen für die Clusterunternehmen verfügbar machen

„Diese Beispiele und Erfahrungen sollen im Spitzencluster it‘s OWL genutzt und für den Mittelstand verfügbar gemacht werden,“ so it‘s OWL Geschäftsführer Günter Korder. Das Technologie-Netzwerk hatte sich als Kooperationspartner an der Konferenz beteiligt. „Die Unterstützung von Start-ups und die Zusammenarbeit von Unternehmen und Start-ups ist ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten in den nächsten vier Jahren“, so Korder. Aus der Zusammenarbeit im Netzwerk entstehen neue Ideen, die gemeinsam mit den Hochschulen und der Founders Foundation zu erfolgreichen Geschäftskonzepten weiterentwickelt und durch den Technologiefonds OWL gefördert werden. In Workshops können Unternehmen gemeinsam mit Start-ups und Studierenden neue Geschäftsideen und Geschäftsmodelle erarbeiten.

„Die Region hat sich hervorragend entwickelt“, fasst der ehemalige Bild-Chefredakteur Kai Diekmann am Ende der Hinterland-Konferenz zusammen. Der gebürtige Bielefelder hat ein Jahr im Silicon Valley Erfahrungen gesammelt. Man spürt die Aufbruchstimmung bei den Teilnehmern. Es wird noch viele Erfolgsgeschichten aus dem Hinterland OstWestfalenLippe zu berichten geben. „it‘s OWL wird alle Kräfte mobilisieren, um dazu beizutragen“, ist sich Günter Korder sicher.

www.hinterland-of-things.de

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