it's OWL auf der Hannover Messe 2017

Hannover, 9. Februar 2017. Big Data, komplexe Maschinen und individualisierte Produkte steigern die Anforderungen an die Beschäftigten in produzierenden Unternehmen. Industrie 4.0 wird daher nur gelingen, wenn neue Technologien die Entwicklung und Bedienung von Produktionsanlagen vereinfachen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen. Lösungen, Forschungsansätze und neue Geschäftskonzepte für intelligente Produkte und Produktionsverfahren werden im Technologie-Netzwerk it's OWL entwickelt. Anwendungsbeispiele präsentieren 40 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen vom 24.-28. April auf dem OWL Gemeinschaftsstand auf der Hannover Messe (Halle 16, A04).

Prof. Dr.-Ing. Roman Dumitrescu (Geschäftsführer it's OWL Clustermanagement GmbH): “Der Weg zur Industrie 4.0 ist für jedes Unternehmen unterschiedlich. Technologisch sind viele Anwendungen möglich. Der Mensch aber bleibt im Zentrum. Wir müssen jetzt Assistenzsysteme, Verfahren der intuitiven Bedienung und neue Entwicklungsmethoden in die Unternehmen zu bringen – gerade die kleinen und mittleren. Dabei gilt es, die Technologieakzeptanz zu fördern und die Beschäftigten einzubinden. Das ist derzeit der Schwerpunkt unserer Aktivitäten bei it's OWL.“ 

Auf dem OWL Gemeinschaftsstand präsentieren 40 Unternehmen und Forschungseinrichtungen Lösungen für Industrie 4.0. Quelle: OWL GmbH
Auf dem OWL Gemeinschaftsstand präsentieren 40 Unternehmen und Forschungseinrichtungen Lösungen für Industrie 4.0. Quelle: OWL GmbH

Neue Formen der Produktentwicklung

Die steigende Komplexität von Maschinen und Anlagen stellt neue Anforderungen an die Entwicklungsarbeit. Ingenieure entwickeln in weltweit verteilten Teams gemeinsam neue Produkte und Produktionsverfahren. Durch digitale Technologien können bisher getrennte Unternehmensbereiche wie Vertrieb, Service oder Entwicklung effizienter zusammenarbeiten. Das Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM macht beispielsweise Technologien wie Augmented Reality (AR) für Unternehmen verfügbar. Dadurch können digitale Zusatzinformationen als virtuelle Objekte, Bilder oder Videos über eine Datenbrille in das Sichtfeld des Nutzers eingeblendet werden. 

Durch den Einsatz von Augmented Reality kann die Produktentwicklung erheblich optimiert werden. Quelle: Fraunhofer IEM
Durch den Einsatz von Augmented Reality kann die Produktentwicklung erheblich optimiert werden. Quelle: Fraunhofer IEM

Wie AR in der Produktentwicklung funktioniert, kann der Besucher auf der Messe am Beispiel der Entwicklung einer Industriezentrifuge erleben, die für die Produktion von Milch oder Apfelsaft eingesetzt wird. Die Zentrifuge wird bereits im Entwurfsstadium optimal an ihren späteren Einsatzort angepasst. Eine Datenbrille projiziert aktuelle Entwicklungsentwürfe direkt an den späteren Verbauungsort. So erkennt der Vertriebsmitarbeiter vor Ort erforderliche Anpassungen und kann sie digital an sein Entwicklerteam weiterleiten. Aufwendige Korrekturschleifen in der Entwicklung können so auf ein Minimum reduziert werden. Der Aufwand für Produktentwicklung, Test, Einbau und Inbetriebnahme verringert sich deutlich. Von der Bestellung einer neuen Zentrifuge bis zu ihrer Inbetriebnahme sparen Unternehmen künftig Zeit und Kosten.

Mensch und Maschine in der Arbeitswelt der Zukunft 

Auch in anderen Unternehmensbereichen verändern Informations- und Kommunikationstechnologien die Arbeitswelt. So werden beispielsweise in der Produktion Tablets zur Unterstützung der Arbeitsabläufe oder Assistenzsysteme für komplexe Montagevorgänge eingesetzt.

Bundespräsident Joachim Gauck konnte bei seinem Besuch im Spitzencluster it's OWL den Einsatz von Augmented Reality in der Produktentwicklung live erleben. Quelle: it's OWL
Bundespräsident Joachim Gauck konnte bei seinem Besuch im Spitzencluster it's OWL den Einsatz von Augmented Reality in der Produktentwicklung live erleben. Quelle: it's OWL

Auf der Hannover Messe demonstrieren die Lemgoer Forschungsinstitute Fraunhofer-Anwendungszentrum IOSB-INA und Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL an einem wandlungsfähigen Produktionssystem diverse Einsatzmöglichkeiten von mobilen Assistenzsystemen in der Fertigung: Eine SmartWatch steuert die OPC-UA Module der Multi-Vendor-Anlage. Virtuelle Post-Its können über eine App auf einem Tablet oder Smartphone beispielsweise Fehlermeldungen dokumentieren und so die Anlagenwartung und den Anlagenbetrieb vereinfachen. Über eine Datenbrille wird der Mensch intuitiv und interaktiv mittels Augmented Reality-basierten Visualisierungen von Montageinformationen beim Arbeitsvorgang unterstützt.

Virtuelle Post-Its können auf einem Smartphone oder Tablet Fehler anzeigen und so die Wartung von Produktionsanlagen vereinfachen. Quelle: Fraunhofer IOSB-INA
Virtuelle Post-Its können auf einem Smartphone oder Tablet Fehler anzeigen und so die Wartung von Produktionsanlagen vereinfachen. Quelle: Fraunhofer IOSB-INA

Eine Erleichterung für die Beschäftigten bietet auch das Unterfahr-FTS „TORsten“ des Systementwicklers Torwegge Intralogistics GmbH & Co. KG. Das omnidirektionale Transportfahrzeug bewegt nicht nur bis zu sieben Tonnen schwere Lasten durch Produktions- und Logistikhallen, sondern navigiert auch selbstständig. Im Gegensatz zu anderen fahrerlosen Transportsystemen ist TORsten dabei mit einer eigenen Sensorik ausgestattet und nicht an eine induktive oder optische Spurführung gebunden. Die flache und kompakte Bauweise des fahrerlosen Transportsystems ermöglicht darüber hinaus das Unterfahren zahlloser individueller Transportplattformen und Aufbauten. Auf diese Weise kann TORsten von der Gitterbox über die Europalette bis hin zu sieben Tonnen schweren Einzelbauteilen alles bewegen, was in Lager- und Produktionshallen von A nach B transportiert werden muss.

Das Transportfahrzeug TORsten bewegt bis zu sieben Tonnen schwere Lasten und navigiert selbständig.
Das Transportfahrzeug TORsten bewegt bis zu sieben Tonnen schwere Lasten und navigiert selbständig. Quelle: Torwegge Intralogistics

Mit der zunehmenden Digitalisierung rücken die sozialen Aspekte der Arbeitsgestaltung in den Vordergrund. Wie werden sich Arbeitsplätze verändern? Wie müssen Beschäftigte qualifiziert werden? Und wie können Unternehmen und Beschäftigte den Veränderungsprozess gemeinsam angehen?

In diesem Spannungsfeld setzt das it's OWL Projekt „Arbeit 4.0 – Arbeiten in der digitalen Welt“ an. Auf Grundlage von praktischen Erfahrungen werden Handlungsempfehlungen für Unternehmen entwickelt, um den Wandel der Arbeitswelt aktiv zu gestalten. Dazu werden in fünf Unternehmen Modellprojekte umgesetzt, in denen Unternehmensspitze, Produktionsleitung, Personalabteilung, Beschäftigte, Betriebsrat und Gewerkschaften zusammenarbeiten. Beteiligt sind die Unternehmen Hettich, Miele, Phoenix Contact, Weidmüller und Diebold Nixdorf. Inhaltlich geht es beispielsweise um den Einsatz von Assistenzsystemen, interaktive Robotik und Technologieakzeptanz. Auf der Hannover Messe werden in einer Studie die Ergebnisse der Projekte und Handlungsempfehlungen für Unternehmen präsentiert. 

Im Projekt Arbeit 4.0 entwickeln Unternehmen gemeinsam mit Beschäftigen und Gewerkschaften Empfehlungen für die Arbeitswelt der Zukunft.
Im Projekt Arbeit 4.0 entwickeln Unternehmen gemeinsam mit Beschäftigen und Gewerkschaften Empfehlungen für die Arbeitswelt der Zukunft. Quelle: Fraunhofer IEM

Lösungen für Industrie 4.0 im Mittelstand

Ein zweiter Schwerpunkt auf dem OWL Gemeinschaftsstand sind Lösungen für die intelligente Produktion, die in den Projekten des Spitzenclusters entstanden sind. Dafür stehen beispielsweise die Weltmarktführer der Automatisierungstechnik Beckhoff, Harting, KEB, Lenze, Phoenix Contact und Weidmüller. Sie zeigen neue Bausteine in den Bereichen digitales Engineering, Many Core Rechner und Industrial Data Analytics, modulare Antriebstechnik und Lastenmanagement sowie maschinelles Lernen und interaktive Robotik.


Mehr Informationen
Der OWL-Gemeinschaftsstand: Alle Aussteller, Termine und Vorträge
www.its-owl.de/hannovermesse

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