Veranstaltungsreihe "solutions" startet mit 37 Angeboten rund um die Digitalisierung

Bielefeld, 31. August 2017. Welche Anforderungen haben Gründerinnen und Gründer an den Standort OWL? Welche Unterstützungsangebote gibt es und wie kann die Region ihre Attraktivität für Start Ups erhöhen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der solutions-Auftaktveranstaltung der OstWestfalenLippe GmbH, zu der am Donnerstag rund 120 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in die Fachhochschule Bielefeld gekommen waren. Damit fiel der Startschuss für das Veranstaltungsprogramm solutions, das neue Technologien, Lösungen und Forschungsansätze rund um die digitale Transformation aufzeigt. In 37 Veranstaltungen geht es bis Mitte Dezember um Industrie 4.0, Geschäftsprozesse und neue Geschäftsmodelle, Auswirkungen auf die Arbeitswelt sowie intelligente Lösungen für Gebäude, Gesundheit, Ernährung und Mobilität. 

„Die Digitalisierung bietet OWL hervorragende Perspektiven und ist der Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Beschäftigung in der Region. Mit dem solutions-Programm wollen wir Unternehmen und Organisationen unterstützen, die Potenziale der digitalen Transformation zu erschließen. In den Veranstaltungen können sie sich über neue Ansätze und Lösungen informieren, Erfahrungen austauschen und Kontakte knüpfen“, betont Herbert Weber, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH.

Die Digitalisierung verändert Produkte, Unternehmensprozesse und Geschäftsmodelle. Prof. Dr. Rüdiger Kabst, Vizepräsident der Universität Paderborn und Leiter des Technologietransfer- & Existenzgründungs-Center der Universität Paderborn (TecUP): „Die Digitalisierung steht heute auf der gleichen Innovationsstufe wie beispielsweise die Dampfmaschine in der industriellen Revolution. Aktuell befinden sich ganze Branchen in der digitalen Transformation. Neue, digitale und teils disruptive Geschäftsmodelle bringen selbst etablierte Unternehmen ins Wanken. Wir sollten die Stärken der Region nutzen um die Chancen, welche uns die Digitalisierung bietet, zu ergreifen. Orte wie die garage33 in Paderborn stellen wichtige Vernetzungspunkte im digitalen Wandel dar – wir geben jungen Unternehmen das nötige Werkzeug und den nötigen Freiraum, um zusammen mit der Wissenschaft neue, innovative Strategien zu entwickeln. Ziel ist es, durch den Ausbau der digitalen Infrastruktur OWL als Gründer und High-Tech-Standort zu stärken.“

Gemeinsam ein fruchbares Umfeld für Gründer schaffen (v.l.n.r.): Nadja Giebel, button me UG; Herbert Weber, Geschäftsführer OWL GmbH; Prof Dr. Rüdiger Kabst, Vizepräsident Universität Paderborn; Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin Fachhochschule Bielefeld; Wolfgang Marquardt, Prokurist OWL GmbH; Wolf-Henning Ohly, Viafly GmbH

Die Region OstWestfalenLippe sieht Kabst auf einem guten Weg: „In Zusammenarbeit von Kammern, Hochschulen und Wirtschaftsförderungseinrichtungen haben wir bereits ein gutes Angebot für Gründerinnen und Gründer aufgebaut. Das Spektrum reicht von persönlicher Beratung, Coaching und Qualifizierung bis zu Inkubatoren, in denen Start Ups gemeinsam ihre Konzepte vorantreiben. Mit neuen Initiativen, wie der garage33, greifen wir die aktuellen Entwicklungen auf und steigern die Gründungsdynamik, indem wir Start Ups und etablierte Unternehmen zusammenführen um gemeinsam neue Geschäftsideen zu entwickeln.“


Guter Standort für Start Ups – aber passgenauere Unterstützung erforderlich

Gründerinnen und Gründer bewerten den Standort OWL positiv – sehen aber Entwicklungspotenziale für die Unterstützung von Start Ups. Wolf-Henning Ohly hat sein Unternehmen Viafly GmbH, das Drohnen-Systeme für die Intralogistik und das Sicherheitsgewerbe vertreibt, 2016 bewusst in Lemgo gegründet. „Technologieorientierte Gründungen wie wir brauchen den engen Kontakt zu Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Mit dem Centrum Industrial IT in Lemgo haben wir dafür ein ideales Umfeld. Wir erfahren hier die Unterstützung, die Technologie Start Ups brauchen, um Unternehmen und Forschungseinrichtungen für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Darüber hinaus braucht es aber mehr Mut und Bereitschaft von Banken und Unternehmen, in Start Ups wie uns einzusteigen. Die Vorteile und Chancen, die sich aus einer Zusammenarbeit ergeben, sind vielen Unternehmern nicht bewusst. Das funktioniert in Amerika und anderen Regionen in Deutschland besser.“

Nadja Giebel hat ein neues Kommunikationssystem für Pflegedienste, Senioren und Eltern entwickelt und im April ihr Unternehmen button me UG in Bielefeld gegründet. Anstatt anzurufen oder eine Mail zu schreiben, können per Knopfdruck standardisierte Nachrichten versendet werden. Wie Ohly sucht auch Giebel Unterstützung. „Viele Initiativen in der Region konzentrieren sich auf Start Ups aus den Hochschulen und im Bereich der Technologie. Aber auch in den Bereichen Gesundheit und Handwerk gibt es viele gute Ideen. Ich wünsche mir eine zentrale Anlaufstelle, die meine Gründung begleitet und mir mögliche Partner für die Weiterentwicklung meines Konzeptes und die Herstellung des Schalters und der Mikrochips vermittelt.“


Innovationslabor OWL schafft neue Ressourcen

Hilfe könnte dabei das Innovationslabor OWL bieten, das die Universität Paderborn, die Universität Bielefeld, die FH-Bielefeld sowie die Hochschule OWL mit Hilfe einer gemeinsamen Förderung des Landes NRW anvisieren. In den kommenden drei Jahren sollen drei Kohorten von Start-ups über jeweils zwölf Monate qualifiziert werden, um so Geschäftsideen erfolgreich zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen. Zu den Angeboten zählen beispielsweise Marktfähigkeits-Trainings, in denen Wissen und Erfahrungen in den Bereichen Wettbewerbsanalyse, Markteintritts- und Marketingstrategien, Controlling und Innovationsmanagement vermittelt wird. Darüber hinaus gibt es Unterstützung bei den handels-, steuer- und gesellschaftsrechtlichen Aspekten der Unternehmensgründung. Insgesamt sollen hierdurch bis zu 45 Start-ups und bis zu 100 Gründer betreut werden. 

Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin Fachhochschule Bielefeld, verdeutlicht: „Mit dem Innovationslabor werden die Hochschulen in OWL ihre Gründungsaktivitäten intensivieren – in den Bereichen Technologie und Dienstleistungen. Dabei werden wir auch mehr Angebote für Interessenten außerhalb der Hochschulen schaffen. Für die Fachhochschule Bielefeld sind gerade auch neue Geschäftsideen im Bereich der Gesundheitswissenschaften interessant.“

Für die beiden Gründer hat sich der Nachmittag gelohnt. In einem Gespräch mit Experten der Fachhochschule Bielefeld haben sich für Nadja Giebel direkt Berührungspunkte ergeben, die vertieft werden. Und Wolf-Henning Ohly hat sich für die Angebote des Innovationslabors OWL in Lemgo vorgemerkt.

solutions – OWL Forum für Technologie und Innnovation

Das solutions-Programm, das von der OstWestfalenLippe GmbH koordiniert wird, läuft bis zum 13. Dezember. Veranstalter sind Brancheninitiativen, Kammern, Hochschulen, Wirtschaftsförderungseinrichtungen und weitere Organisationen. Die Workshops, Kongresse und Messen richten sich Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und wirtschaftsnahen Organisationen. solutions wird unterstützt durch Clarion Events, conform, Digital in NRW – Das Kompetenzzentrum für den Mittelstand, Industrie – Zukunft in Lippe, die Stadtwerke Bielefeld und die WEGE Bielefeld.


Mehr Informatoionen
www.solutions-owl.de

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